Danke, Jürgen! Ein prägendes Gesicht verlässt den Gemeinderat

Liebe Wittnauerinnen und Wittnauer, am 19. Januar 2026 geht in unserem Gemeinderat eine Ära zu Ende: Unser dienstältestes Fraktions- und Gemeinderatsmitglied, Jürgen Lieser, scheidet nach über 16 Jahren auf eigenen Wunsch aus dem Gremium aus. Für seinen mutigen, ausdauernden und stets basisdemokratischen Einsatz möchten wir als Fraktion „Natürlich Wittnau“ von Herzen DANKE sagen.

Demokratie lebt vom Diskurs Jürgens politischer Weg im Wittnauer Gemeinderat begann nach der Wahl 2009. Zuvor hatte er sich bereits in der Bürgerinitiative zum Erhalt des Farrenstalls engagiert. Auch wenn der Abriss damals nicht verhindert werden konnte, zeigte sich hier sein demokratisches Grundverständnis, das seine gesamte Amtszeit prägte: In der Sache darf und muss hart debattiert werden, doch abseits des Ratstisches ist ein faires und freundschaftliches Miteinander unerlässlich. Mit dieser Haltung trug er maßgeblich dazu bei, dass frühere Wogen – etwa um die Sanierung des Gallus-Hauses oder das Vereinshaus – längst geglättet sind und der Rat konstruktiv zusammenarbeitet.

Führungsverantwortung in herausfordernden Zeiten Besonders hervorzuheben ist Jürgens Engagement in den Jahren 2014 bis 2019, in denen er als erster Bürgermeisterstellvertreter auch Führungsverantwortung übernahm, als der damalige Bürgermeister längere Zeit krankheitsbedingt ausfiel. Die hitzigen Diskussionen um die Unterbringung von Geflüchteten in Wittnau brachten ihm leider auch persönliche und unfaire Anfeindungen ein. Doch Jürgen blieb standhaft. Geprägt durch seine jahrzehntelange berufliche Erfahrung bei Caritas international – unter anderem als Leiter der weltweiten Katastrophenhilfe – brachte er eine tiefe humanitäre Überzeugung in unsere Gemeindearbeit ein. Er initiierte nicht nur den Arbeitskreis Flüchtlinge mit, sondern engagierte sich auch im Arbeitskreis Klimaschutz, um wichtige Impulse für ein weltoffenes und zukunftsfähiges Wittnau zu setzen.

Ein fließender Übergang Der Entschluss zum Rückzug fiel dem heute 77-Jährigen teils schwer, da er die Gestaltungsmöglichkeiten in der Kommunalpolitik schätzt, auch wenn diese durch knappe Kassen zuletzt enger wurden. Gleichzeitig sieht er die Zeit für eine Verjüngung des Gremiums gekommen. Wir freuen uns, dass mit Philipp Holt ein engagierter und kompetenter Nachfolger aus unseren Reihen für ihn nachrücken wird.

Lieber Jürgen, du hinterlässt große Fußstapfen. Wir danken dir für deine Erfahrung, deine Weitsicht, deine Hartnäckigkeit und deine Freundschaft. Für deinen weiteren Lebensweg wünschen wir dir viel Gesundheit, Zeit für deine Projekte und alles erdenklich Gute!

Deine Fraktion „Natürlich Wittnau“